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Mittwoch, 23. Juni 2010

1:0 gegen Ghana

Deutschland ist im Achtelfinale

Deutschland besteht die erste große Prüfung bei dieser Weltmeisterschaft. Nach dem Sieg im „Gruppen-Endspiel“ treffen die Deutschen im Achtelfinale auf England. Ghana ist trotz der Niederlage als einziges afrikanisches Team weiter.

Von Roland Zorn, Johannesburg
Deutschland führt: Mesut Özil trifft zum 1:0 und jubelt


Es war ein hartes Stück Arbeit ohne den Glanz des Besonderen. Dann aber war die deutsche Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika am Zwischenziel Achtelfinale. Gegen Afrikas Verteidigungskünstler aus Ghana musste am Mittwochabend im Johannesburger Soccer City Stadium ein schwer erkämpftes Tor durch einen feinfühligen Fußballspieler reichen. Mesut Özil, bis zur 60. Minuten einer der Unauffälligen in seinem Team, schoss aus der Distanz das Tor des Abends. „Wir wussten dass es schwer wird, aber wir haben gekämpft bis zum Schluss“, sagte der Held des Abends. „Wir sind einfach froh, dass wir das Tor gemacht und gewonnen haben.“Damit qualifizieren sich die Deutschen als Sieger der Gruppe D für das WM-Achtelfinale, in dem sie am Sonntag (16 Uhr/ FAZ.NET-WM-Liveticker) in Bloemfontein auf England treffen - ein Evergreen des Weltfußballs. „England hat starke Spieler“, sagte Özil. „Aber wir sind gut genug, sie zu schlagen.

Auch wenn die Leistung des Aufgebots von Bundestrainer Joachim Löw nicht immer höheren bis höchsten Ansprüchen genügte, so erlaubten sich die am Ende überglücklichen Sieger doch keine entscheidende Nachlässigkeit. Es war bezeichnend, dass auf deutscher Seite der Noch-Berliner Arne Friedrich, ein Innenverteidiger also, am meisten überzeugte. Gegen England wird sich das Team steigern müssen, soll der Weg bei der WM noch weiter führen. Angst vor dem „Klassiker“ braucht indes niemand zu haben, da die Mannschaft von Trainer Fabio Capello bei diesem Turnier bisher weit unter ihren Möglichkeiten geblieben ist. (siehe: 1:0 gegen Slowenien: England ist der deutsche Gegner) Ghana als Zweiter der Gruppe D bekommt es am Samstagabend in Rustenburg mit dem Team der Vereinigten Staaten zu tun, das vor England die Gruppe C gewann. Es ist im Vergleich zur deutschen Härteprüfung vielleicht sogar die leichtere Aufgabe.

Eine personelle Überraschung hatte sich Löw bis kurz vor dem Anpfiff aufgehoben: Jerome Boateng bekam eine Chance von Anfang an, und so kam es tatsächlich, zumindest indirekt, zum Duell mit seinem Bruder Kevin-Prince. Allerdings begegneten sich der „gute“ und der „böse“ Boateng im Spiel nicht so häufig, da der Deutsche auf der linken Verteidigerposition anstelle des gegen Serbien ein wenig indisponierten Badstuber spielte, während der Neu-Ghanaer im zentralen Mittelfeld seine Kreise zog. Dass auch Cacau erstmals in der Startformation stand, war nach der Roten Karte für Klose im Spiel gegen Serbien (0:1) erwartet worden.

Begegnung mit Beinahe-Charakter

Bei Ghana war der im Spiel gegen Australien (1:1) schmerzlich vermisste Innenverteidiger John Mensah wieder fit, so dass Trainer Rajevic seine nahezu beste Besetzung für dieses Endspiel der Vorrundengruppe D beisammen hatte. „Ich habe deutlich mehr Freude als Angst in mir“, hatte der Bundestrainer vor der Entscheidungspartie gesagt und damit einiges von seiner gelassenen Zuversicht auf seine größtenteils junge Mannschaft übertragen wollen. Was bei einem Scheitern aus ihm werde, hatte Löw dabei offen gelassen - doch dasselbe galt ja auch seit längerem für den Fall eines aus deutscher Sicht erfolgreichen Turnierverlaufs. Und offen blieb eine Halbzeit lang auch die Frage nach der besseren Mannschaft. Die Deutschen waren zwar häufiger in Ballbesitz, brachten aber nicht das nötige Tempo und die erforderliche Präzision ins Spiel.

Mesut Özil: In Halbzeit eins war er noch auf der Suche
 nach dem Schussglück

Mesut Özil: In Halbzeit eins war er noch auf der Suche nach dem Schussglück
Es war eine Begegnung mit Beinahe-Charakter, der es beiderseits an einer offensiv erkennbar starken Struktur fehlte. Nur einmal bot sich der Auswahl des Deutschwn Fußball-Bundes gegen die defensiv dicht gestaffelte, athletische Abwehr der Westafrikaner eine hundertprozentige Torchance - doch der im Ausnutzen seiner Gelegenheiten wieder einmal verschwenderische Özil scheiterte nach Cacaus traumhaftem Pass allein an Torhüter Kingson (25.). Auf der anderen Seite musste Kapitän Lahm bei Gyans Hinterkopfball auf der Linie klären (26.). In Löws zuvor sehr entspannte Miene gruben sich während der ersten Halbzeit mehr und mehr Sorgenfalten, da seine in manchen Aktionen erkennbar nervöse Mannschaft es nicht verstanden hatte, die Herrschaft über dieses Spiel zu erobern.

Beide im Ziel

Bezeichnenderweise standen bis dahin mit Friedrich in seinem 75. Länderspiel und Lahm die beiden besten Deutschen in den hinteren Reihen. Nach vorn aber passierte zu wenig, da im offensiven Mittelfeld sowohl Podolski, dem sehr viel misslang, als auch Schweinsteiger und Özil ihr Können nur selten mit Produktivität verbanden. Viele Bälle versprangen auf dem betonharten Boden, der der härteste Untergrund aller zehn WM-Stadien ist. Löws Mannschaft hätte hierfür ein Gespür bekommen können, hätte sie ihr Abschlusstraining hier und nicht im näher am Teamquartier gelegenen Pretoria abgehalten.
Auf einen Tempo- und Rhythmuswechsel im deutschen Spiel musste man auch nach der pause erst einmal warten. Die „Black Stars“ verstanden es weiterhin, erst gar keine Spiellaune in Löws Elf aufkommen zu lassen. Eine gelungene Einzelaktion war in dieser ersten Viertelstunde nach der Pause fast schon herbeigesehnt worden. Und sie kam dann auch, als der bis dahin weit unter seinen Möglichkeiten gebliebene Bremer Özil aus siebzehn Metern einfach mal abzog und mit seinem ebenso harten wie platzierten Schuss ins linke Toreck zum 1:0 traf (60.). Dieser Schuss ins Glück nach Müllers Pass öffnete die Tür in Richtung Achtelfinale mehr als einen Spalt breit und er schien auch dazu angetan, das Vertrauen in die eigenen Aktionen endlich zu schärfen.
Doch von Spielkontrolle konnte vorerst keine Rede sein. Ein Glück für die deutsche Mannschaft, dass der Zweite der Afrika-Meisterschaft nicht eben als eine Mannschaft gilt, die ihre Gelegenheiten professionell zu nutzen pflegt. Nachdem neuer gegen Asamoah prächtig pariert hatte (51.), machte Ayew aus der Hackenvorlage des quirligen Gyan ebenso wenig und schoss den Ball weit übers Ziel hinaus (66.). Da die Ghanaer wenig später auch mitbekommen hatten, dass im zweiten Spiel der Gruppe D Australien gegen Serbien führte und gewann, ließen sie es nun auch langsamer angehen. Und so trudelte eine Partie aus, die auch im Rückblick sicher nicht zu den denkwürdigen Begegnungen dieser WM gehören wird. Immerhin: Beide hatten ihr Ziel erreicht, und nur das zählte an diesem Mittwoch im Soccer City Stadium.

Ghana - Deutschland 0:1 (0:0)
Ghana: Kingson - Sarpei, John Mensah, Jonathan Mensah, Pantsil - Annan - Andre Ayew (ab 90.+2 Adiyiah), Asamoah, Kevin-Prince Boateng, Tagoe (ab 64. Muntari) - Gyan (ab 82. Amoah). - Trainer: Rajevac
Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Friedrich, Jerome Boateng (73. Jansen) - Khedira, Schweinsteiger (81. Kroos) - Müller (68. Trochowski), Özil, Podolski - Cacau. - Trainer: Löw Schiedsrichter: Carlos Simon (Brasilien)
Tor:
0:1 Özil (60.)
Zuschauer in Johannesburg/Soccer City:
82.391
Gelbe Karten: Andre Ayew - Müller

Quelle: Faz.net, Supportstore.de

Dienstag, 9. März 2010

Schumacher macht Wirtschaftskrise wett Comeback ein "großes Geschenk"

Bei den Formel-1-Sendern RTL und Sky sorgt die Rückkehr Schumachers für große Erleichterung. Die Quoten werden steigen und der Werbemarkt wieder in Schwung kommen.

Mit Schumacher gegen die Wirtschaftskrise: Die Formel-1-Sender atmen auf.

Michael Schumacher ist sogar stärker als die Wirtschaftskrise. Dass der Rekord-Weltmeister nach drei Jahren sein Comeback gibt, ist für die führenden Formel-1-Sender RTL und Sky "ein Glücksfall" (RTL-Geschäftsführerin Anke Schäferkordt) und "ein großes Geschenk" (Sky-Sportchef Roman Steuer). Die Quoten werden wieder steigen, und sogar dem durch die weltweite Finanzkrise eingebrochenen Werbemarkt verleiht "Schumi" neuen Schwung. Dieses Comeback hat historische Dimensionen und macht 2010 zu einem magischen Formel-1-Jahr", sagt RTL-Sportchef Manfred Loppe: "Das Werbe-Interesse bewegt sich etwa wieder auf dem Niveau von 2008." Was zunächst unspektakulär klingt, ist in Wahrheit die Umkehr eines Erdrutsches. "2009 war aufgrund der Wirtschaftskrise ein ganz schlimmes Jahr", sagt Loppe: "Nun hat sich das wieder erholt. Durch eine leichte Erholung des Marktes, vor allem aber natürlich durch Schumacher."

Rechteabgabe nie ein Thema

Bis zu 93.300 Euro bringt RTL in dieser Saison ein 30-Sekunden-Spot, und damit nähert man sich zumindest wieder der Marke aus Schumachers-Abschieds-Saison 2006, als ein Spot bis zu 117.000 Euro einbrachte. Die Formel-1-Rechte abzugeben, war beim Kölner Privatsender aber auch in schweren Zeiten nie ein Thema. "An einen Ausstieg haben wir nie gedacht", sagt Loppe: "Die Formel 1 hat bei uns einen sehr hohen Stellenwert und ist eine wichtige Marke."
Dennoch sorgt Schumachers Comeback bei RTL-Chefin Schäferkordt für Erleichterung. "Allein schon die Ankündigung von Schumachers Comeback war ein mediales Großereignis", sagt sie: "Und man fragt sich natürlich: Was soll jetzt erst passieren, wenn er wirklich wieder fährt?"

Die Legende ist zurück

Auch bei Sky hat Schumachers Rückkehr einen positiven Trend ausgelöst. Um diesen Hype zu nutzen, wird der Pay-TV-Sender ab dem ersten Rennen in Bahrain eine exklusive Cockpit-Kamera einführen, die ausschließlich Schumacher im Fokus hat und von einem eigenen Regisseur betreut wird. "Das Schumacher-Comeback ist für uns alle ein großes Geschenk", sagt Steuer: "Sky Abonnenten können sich bei unserer Berichterstattung darauf verlassen, dass sie kein wichtiges Ereignis rund um Michael Schumacher verpassen werden. RTL widmet dem siebenmaligen Weltmeister vor dem Auftakt eine 40-minütige Sondersendung mit dem Titel "Die Legende ist zurück". Und auch für das DSF ist das Schumacher-Comeback ein großer Coup. Der Spartensender zeigt das Freie Training nämlich exklusiv im Free-TV und wird damit abseits der Tests an diesem Freitag Schumachers erste Runden auf der Rennstrecke zeigen.

Quotensprünge erwartet

Eine genaue Prognose über die Quotenentwicklung will man bei RTL aber nicht vornehmen. "Wir hatten im Vorjahr im Schnitt mehr als fünf Millionen Zuschauer, und ich bin sicher, dass sich das deutlich steigern wird", sagte Schäferkordt. Und Loppe ergänzt: "Wir lassen uns nicht auf eine Prozentzahl festlegen, aber wir werden sicher einen deutlichen und spürbaren Sprung machen. Quoten wie zu allerbesten Formel-1-Zeiten - der Rekord beim Saisonfinale 1997 in Jerez lag bei 15,41 Millionen Zuschauern - sind aber wohl illusorisch. "Der Markt hat sich verändert, man erreicht nur noch bei Single-Events wie einem Klitschko-Boxkampf, dem die Menschen wochenlang entgegenfiebern, Traumquoten", sagt Loppe: "Über 19 Rennen kann das nicht gelingen. Aber dafür erreichen wir mit der Formel 1 stets eine sehr ansehnliche Quote.

Quelle: NTV

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